Name
Hermann II.
Namensvarianten
Hermann II. von Schwaben
Lebensdaten
erwähnt 997, gestorben 1003
Geburtsort
-
Sterbeort
-
Beruf/Lebensstellung
Herzog von Schwaben; Herzog im Elsaß
Konfession
katholisch
Autor NDB
Otto G. Oexle
Autor ADB
P. Stälin.
GND
132711834

Hermann II.

Herzog von Schwaben, 4.5.1003.

  • Genealogie

    V nach herrschender Meinung Hzg. Konrad v. Sch. ( 997), Groß-N d. Hzg. Hermann I. v. Sch. ( 949, s. NDB VIII); M Judith/Jutta (?); Gerberga, T d. Kg. Konrad v. Burgund ( 993); 1 S, 3 T Hzg. Hermann III. v. Sch. (seit 1003, 1012), Mathilde ( 1] Hzg. Konrad I. v. Kärnten, 1011, 2] Hzg. Friedrich II. v. Oberlothringen, 1033, s. NDB V), Beatrix ( Adalbero v. Eppenstein, 1039, Hzg. v. Kärnten s. NDB I), Kaiserin Gisela ( 1043, s. NDB VI).

  • Leben

    Wie sein Vorgänger Konrad führte auch H. den Titel eines Herzogs im Elsaß. Er gehörte nicht zur engeren Umgebung Kaiser Ottos III.,|nahm aber an dessen 2. Italienzug teil (997/99). Nach Ottos Tod war H., von der Mehrzahl der zur Beisetzung des Kaisers (April 1002) in Aachen versammelten Großen unterstützt, zunächst aussichtsreichster Bewerber um die Nachfolge. Nachdem der Bayernherzog Heinrich, Drohung und Widerstand H.s mit List überspielend, zu Mainz zum König gewählt und gekrönt worden war (Juni 1002), suchte er durch einen Feldzug nach Schwaben die Huldigung des Herzogs zu erzwingen, der sich ihm indessen am 1. Oktober zu Bruchsal aus freien Stücken unterwarf. Als H. wenige Monate später starb, übernahm König Heinrich II. für den noch unmündigen Sohn und Nachfolger Hermann III., seinen Vetter, die Leitung des Herzogtums. Seitdem zeichnet sich ein Rückgang der Bedeutung Schwabens im Reich ab.

    • Literatur

      (auch zu Hermann I.)  ADB XII;   R. Köpke u. E. Dümmler, Kaiser Otto d. Große, 1876;   Jbb. d. Dt. Gesch., Otto II. u. Otto III., Heinrich II.;   K. Weller, Gesch. d. schwäb. Stammes b. z. Untergang d. Staufer, 1944, S. 161 ff.;   E. E. Stengel, Udo u. H., die Herzoge vom Elsaß, Das Rätsel d. ältesten Wetzlarer Gesch., in: Hess. Jb. f. Landesgesch. 1, 1951, S. 42 ff.;   G. Tellenbach, Vom karoling. Reichsadel z. dt. Reichsfürstenstand, 1956, S. 208;   H. Werle, Titelhzgt. u. Herzogsherrschaft, in: ZSRGG 73, 1956, S. 230 ff.;   M. Hellmann, Der dt. Südwesten in d. Reichspol. d. Ottonen, in: Zs. f. Württ. Landesgesch. 18, 1959, S. 193 ff.;   H. Keller, Kloster Einsiedeln im otton. Schwaben, = Forsch. z. oberrhein. Landesgesch. 13, 1964;   H. Büttner,Heinrichs I. Südwest- u. Westpol., 1964, S. 43 ff.;   K. Schmid, Probleme um d. „Gf. Kuno v. Öhningen“, in: Dorf u. Stift Öhningen, 1966, S. 87 ff.;   W. Kienast, Der Herzogstitel in Frankreich u. Dtld. (9.-12. Jh.), 1968.

  • Autor

    Otto G. Oexle
  • Empfohlene Zitierweise

    Oexle, Otto Gerhard, "Hermann II." in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 641 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn132711834.html

Hermann II., Herzog von Schwaben

  • Leben

    Hermann II., Herzog von Schwaben, 997—1003. Der Sohn seines Amtsvorgängers Herzog Konrads I., nach anderer, wol richtigerer Nachricht, dessen Neffe und Sohn des im J. 982 gefallenen Bruders von Konrad Udo, gehörte auch dieser Herzog, wie Herzog Hermann I. zum konradinischen Geschlechte. Er begleitete den Kaiser Otto III. auf seinem zweiten Römerzug (998/999), trat aber nach dessen frühem Tode, da nunmehr die männliche Nachkommenschaft Kaiser Otto's I. erloschen war, unter anderen Bewerbern um die Königskrone auf. Als mächtiger und reicher, dabei aber milder und weichherziger, fremdem Einflusse leicht folgender Mann geschildert und von mehreren rheinischen Bischöfen, besonders Heribert von Köln, und einigen jüngeren Herren Schwabens in dieser Hinsicht geleitet, wußte er bei Otto's Leichenbegängniß in Aachen (5. April 1002) von den anwesenden Großen Schwabens und Niederlothringens die Zusage ihrer Mitwirkung für seine Pläne zu erreichen, allein im Juni d. J. wurde namentlich durch die Beihülfe des Mainzer Erzbischofs Willigis der Baiernherzog Heinrich von der jüngeren sächsischen Linie, der nächste Blutsverwandte des Kaisers, durch fränkische, baierische und oberlothringische Große zum König gewählt. War es H. den Monat zuvor nicht gelungen gewesen, Heinrich den Rheinübergang zu verwehren, so kam es jetzt, da Heinrich Hermanns Vorschlag zu einer Reichstheilung entschieden zurückwies, zum Kriege, in welchem H. im Bunde mit seinem Schwiegersohn Konrad, späterem Herzoge von Kärnthen, manchen Erfolg im Elsaß erzielte. Er fiel über Straßburg her, das zu seinem königlich gesinnten Bischofe hielt, und ließ es ausplündern, bei welcher Gelegenheit die Kathedralkirche ausgeraubt und in Brand gesteckt wurde, eine Unthat, von der nicht sicher ist, ob sie mit Hermanns Wissen geschehen, die aber dem Herzog von den mönchischen Schriftstellern über diese Zeit schwer angerechnet wurde. König Heinrich war an den Bodensee gezogen und harrte seines Gegners, von dem es hieß, er wolle hier durch offenen Kampf mit ihm die Entscheidung herbeiführen. Allein als H. nicht erschien, wandte sich der König, die herzoglichen Güter auf seinem Zuge verwüstend, nach Franken. Auch jetzt noch führten|des Herzogs Leute einige Unternehmungen gegen Heinrichs Anhänger, die Bischöfe von Basel und Straßburg sowie den Grafen Gerhard im Elsaß, mit Glück aus und entrissen jenen beiden insbesondere durch List die Feste Breisach, allein da Heinrich sonst in allen Landen nach einander anerkannt wurde, entschloß sich H., ehe der bereits für das kommende Frühjahr gegen ihn geplante Feldzug zur Ausführung kam, zur Nachgiebigkeit, eilte, als der König sich gerade zu Bruchsal aufhielt, zu ihm, bat ihn dort am 1. October demüthig um Verzeihung und erhielt dieselbe, wie berichtet wird, auch wirklich durch Vermittlung der Königin und der Fürsten. Doch starb er bereits den 3. oder 4. Mai 1003. Er war vermählt mit Gerberga, Tochter König Konrads von Burgund, einer Stiefschwester von Gisela, der Mutter seines Gegners König Heinrich. Seine Kinder waren: sein einziger Sohn und Nachfolger, der früh verstorbene Herzog Hermann III. von Schwaben (1003—1012), und drei vielfach in der Geschichte genannte Töchter: die schöne und geistvolle aber auch hochstrebende Gisela, Gemahlin in erster Ehe des sächsischen Grafen Bruno, in zweiter Herzog Ernsts I. von Schwaben, in dritter des Saliers, späteren Kaisers, Konrads II.; Mathilde, Gemahlin in erster Ehe Herzog Konrads von Kärnthen, in zweiter Herzog Friedrichs II. von Oberlothringen; Beatrix (wohl eher als Brigitte) ohne Zweifel Gemahlin Adalberts, aus dem Stamme der Eppensteiner Grafen, gleichfalls Herzogs von Kärnthen.

    • Literatur

      Chr. Fr. Stälin, Wirtembergische Geschichte I, 467—471. Fr. Stein, Geschichte des Königs Konrad I. von Franken und seines Hauses, besonders S. 313—317. Jahrbücher der deutschen Geschichte unter Heinrich II. (von Hirsch) Bd. 1—3; unter Konrad II. (von Breßlau) Bd. 1. v. Giesebrecht, Geschichte der deutschen Kaiserzeit Bd. 1. 2.

  • Autor

    P. Stälin.
  • Empfohlene Zitierweise

    Stälin, P., "Hermann II., Herzog von Schwaben" in: Allgemeine Deutsche Biographie 12 (1880), S. 154-155 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn132711834.html?anchor=adb

Hermann II.

Hermann II.

NDB Genealogie:

Hermann II.