Logo der Deutschen Biographie
schwarzer MenuepunktSchnellsuche
schwarzer MenuepunktErweiterte Suche
roter MenuepunktNamen A-Z
schwarzer MenuepunktAktuelles
schwarzer MenuepunktVernetzte Angebote
schwarzer MenuepunktHilfe
schwarzer MenuepunktÜber das Projekt
schwarzer MenuepunktImpressum

NDB-Artikel

<<  Drude.      Drude, Paul Karl Ludwig  >>

Drude, Carl Georg Oscar

Botaniker, * 5.6.1852 Braunschweig, 1.2.1933 Dresden. (evangelisch)


Genealogie | Leben | Werke | Literatur | Autor | Zitierweise

Genealogie  
Aus alter Braunschweiger Fam.; V Carl (1821–90), Arzt in Braunschweig, S des Ferdinand (1792–1850), Arzt in Braunschweig; M Therese Giesecke (1832–55) aus Magdeburg; Halbbruder Paul s. (2); Dresden 1879 Lydia Coester (1860–1915); 3 S (⚔ 1914/16), 3 T.

Leben  
Vom Vater frühzeitig in die Pflanzenwelt eingeführt, studierte Drude von 1870 an am Collegium Carolinum seiner Vaterstadt (heutige TH Braunschweig) Naturwissenschaften und Chemie, dann von 1871 an in Göttingen. Hier wurde er bald Privatassistent des Pflanzengeographen H. R. A. Grisebach. Seine Doktorarbeit (1873) über die Biologie zweier Orchideen wurde von der Universität preisgekrönt. Er selbst wurde jetzt Herbarassistent bei F. G. Bartling. 1876 hielt Drude seine Antrittsvorlesung als Privatdozent über „Die Anwendung physiologischer Gesetze zur Erklärung der Vegetationslinien“, hiermit die Richtlinien für sein gesamtes späteres Lebenswerk zeichnend. Schon 1879 erhielt er einen Ruf nach Dresden als Direktor des Botanischen Gartens und zugleich die neugegründete Professur für Botanik am Dresdner Polytechnikum (seit 1890 TH). Beiden Stellungen blieb er ein halbes Jahrhundert bis zu seiner Emeritierung 1920 treu. Seine Forschungsarbeit galt vor allem der Pflanzengeographie. Nach seiner Monographie über „Die Florenbezirke der Erde“ (1884) gab er einen „Atlas der Pflanzenverbreitung“ (in H. Berghaus' Physikalischem Atlas, Abteilung V, 1887), ein „Handbuch der Pflanzengeographie“ (1890, französisch Paris 1897) und den ersten Band „Deutschlands Pflanzengeographie“ (1896) heraus. Gemeinsam mit Ad. Engler begann er 1896 mit der Veröffentlichung der Sammlung „Die Vegetation der Erde“; Band 6 hiervon schrieb er selbst („Der Hercynische Florenbezirk, Grundzüge der Pflanzenverbreitung im mitteldeutschen Berg- und Hügellande vom Harz bis zur Rhön, bis zur Lausitz und dem Böhmer Walde“, 1902). Alle diese Werke beruhen auf genauester Einzelkenntnis der systematischen Einzelgruppen. Vor allem bewährte er sich als Systematiker der Palmen und der Umbelliferen. Sein Bestreben, die Verbreitung und die Lebenserscheinungen der Pflanzen miteinander zu verbinden, ließ ihn zu einem Schöpfer der Pflanzenökologie werden, für die er 1913 „Die Ökologie der Pflanzen“ schrieb. In Dresden schuf er 1890/93 einen neuen Botanischen Garten, in dem er erstmalig neben der systematischen Gruppenbildung das pflanzengeographische Prinzip durchführte. Dem Garten wurde eine „Versuchsstation für Pflanzenkultur“ angegliedert. In der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft „Isis“, in der Gesellschaft für Botanik und Gartenbau „Flora“ und im Landesverein Sächsischer Heimatschutz war er unermüdlich bis zu seinem Tode tätig und wirkte weit hinaus in die Öffentlichkeit. An der Hochschule förderte er die botanische Rohstofflehre, ausgehend von physiologischer Betrachtung. In seinem Institut, das als Grundstock ein großes Herbar und die kostbare botanische Bibliothek König Friedrich Augusts II. besaß, schuf er als Ergänzung zu dem Generalherbar mit Bernhard Schorlers Hilfe ein neues Formationsherbar und eine Landeszentrale für die Flora Saxonica.

Werke  
Weitere W Autobiogr., 1932 (Privatdruck).

Literatur  
F. Tobler, in: Festschr. zum 80. Geb.tag, 1932, = Beih. z. botan. Zbl., 49. Erg.-Bd. (P); A. Schade, F. Tobler u. O. Schwede, in: SB u. Abhh. d. Naturwiss. Ges. Isis zu Dresden 1932, 1933, S. 5-27; W. Ruhland, in: Berr. üb. d. Verhh. d. Sächs. Ak. d. Wiss. zu Leipzig, Math.-phys. Kl., 85, 1933, S. 166-71; W. Dähnhardt, in: Flora, SB u. Abhh. d. Sächs. Ges. f. Botanik u. Gartenbau in Dresden, NF 36/38, 1934, S. 5-12; G. Dutschmann, Gesch. d. Botan. Gartens zu Dresden, ebd. NF 43/44, 1940, S. 27-77; F. Tobler, in: Berr. d. Dt. botan. Ges. 51, 1934, S. (96)-(127) (W-Verz.).

Autor  
Rudolph Zaunick
Empfohlene Zitierweise  

Zaunick, Rudolph, „Drude, Carl Georg Oscar“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 138 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116227915.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 138


GND: 116227915

RDF/XML-Repräsentation

Artikel drucken

Index

Drude, Oscar

Name: Drude, Oscar
Namensvariante: Drude, Carl Georg Oscar
Lebensdaten: 1852 bis 1933
Geburtsort: Braunschweig
Sterbeort: Dresden
Beruf/Lebensstellung: Botaniker
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Zaunick, Rudolph
GND: 116227915

Weitere Informationen

Vernetzte Angebote

Drude, Oscar

GND
116227915