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Schauta, Friedrich

Geburtshelfer, Gynäkologe, * 15.7.1849 Wien, 10.1.1919 Wien, Zentralfriedhof, Ehrengrab. (katholisch)


Leben | Auszeichnungen | Werke | Literatur | Portraits | Autor | Zitierweise

Leben  
S. maturierte 1868 am Schottengymnasium Wien und studierte Medizin in Wien, Innsbruck und Würzburg; seine Promotion erfolgte in Wien 1874. 1874-76 war er „Operationszögling“ an der Wiener I. Chirurgischen Klinik unter Johann Heinrich Frhr. Dumreicher v. Österreicher (1815-80), bis 1881 Assistent an der (1873 errichteten) II. Geburtshilflich-Gynäkologischen Klinik in Wien unter Joseph Späth (1823–96). Nach seiner Habilitation 1881 in Wien wurde er im selben Jahr als Supplent für Geburtshilfe und Gynäkologie an die 1869 gegründete „Klinik für Geburtshülfe und Frauenkrankheiten“ der Univ. Innsbruck berufen (1883 a. o., 1884 o. Prof.). 1887-91 war S. als Nachfolger August Breiskys (1832–89) an der II. Geburtshilflichen Klinik der Dt. Univ. in Prag und anschließend bis zu seinem Tod als Nachfolger Karl Braun Ritter v. Fernwalds (1823–91) an der Geburtshilflich-Gynäkologischen Klinik in Wien tätig. Gemeinsam mit Rudolf Chrobak (1843–1910, seit 1889 Vorstand d. II. Frauenklinik) war S. für den Bau der „Neuen k. k. Universitäts-Frauenkliniken“ verantwortlich, die 1904-08 errichtet wurden.
In die Geschichte der operativen Gynäkologie ging S. ein mit der ersten erweiterten vaginalen Totalexstirpation eines Gebärmutterhalskarzinoms (1901). Zum ersten Mal im dt.sprachigen fachspezifischen Schrifttum behandelte er Geburtshilfe und Gynäkologie in einem Werk (Lehrb. d. Gesammten Gynäkol., 1896, 31906). S.s namhafteste Schüler waren Ernst Wertheim (1864–1920), Fritz Hitschmann (1870–1929), Ludwig Adler (1876–1958) und Josef v. Halban (1870–1937). An seiner Wiener Klinik wurde 1906-12 erstmals in der österr.-ungar. Monarchie eine Frau, Dr. Bianca Bienenfeld (1879–1929), als Internärztin im Spezialfach Gynäkologie und Geburtshilfe ausgebildet.|

Auszeichnungen  
Hofrat (1900).

Werke  
Grundriss d. operativen Geburtshilfe, 1884, 31896;  Die erweiterte vaginale Totalexstirpation d. Uterus bei Kollumkarzinom, 1908;  Die Frau von 50 Jahren, 1915.

Literatur  
L. Adler, in: Wiener klin. Wschr. 4, 1919, S. 1-7; J. Halban, in: Zbl. f. Gynäkol. 43, 1919, S. 129-33; E. Gitsch u. H. Huber, Die Gesch. d. I. Univ.-Frauenklinik Wien, ebd. 106, 1984, S. 1587-93; A. Schaller, F. S., ein Lehrer im Schatten seines Schülers?, ebd. 123, 2001, S. 175-78; A. Martin, in: Mschr. f. Geburtshülfe u. Gynäkol. 49, 1919, S. 149-61 (W-Verz.); Pagel; Fischer; DBJ II, Tl.; Hist. Lex. Wien; W. U. Eckart, Ch. Gradmann, Ärztelex., 1995.

Portraits  
Denkmal v. A. Canciani, 1918; Porträt v. O. Prager, o. J. (beide Wien, Univ.-Klinik f. Frauenheilkunde).

Autor  
Anton Schaller
Empfohlene Zitierweise  

Schaller, Anton, „Schauta, Friedrich“, in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 596 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd117620327.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 22 (2005), S. 596

Erwähnungen: 
NDB 25 (2013), S. 376 in Artikel Stoeckel, Walter


GND: 117620327

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Index

Schauta, Friedrich

Name: Schauta, Friedrich
Lebensdaten: 1849 bis 1919
Geburtsort: Wien
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Geburtshelfer; Gynäkologe
Konfession: katholisch
Autor NDB: Schaller, Anton
GND: 117620327

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Schauta, Friedrich

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