Name
Huth, Enno Walther
Namensvarianten
Huth, Enno Walther
Lebensdaten
1875 bis 1964
Geburtsort
Altenburg (Thüringen)
Sterbeort
Frankfurt/Main
Beruf/Lebensstellung
Luftfahrtindustrieller
Konfession
evangelisch
Autor NDB
Gert Behrsing
Autor ADB
-
GND
126347158

Huth, Enno Walther

Luftfahrtindustrieller, * 8.10.1875 Altenburg (Thüringen), 31.5.1964 Frankfurt/Main. (evangelisch)

  • Genealogie

    V Joh. Ernst (1832–79), preuß. Major, S d. Gymnasialprof. Joh. Ernst u. d. Myrrha Hempel; M Emilie (1838–1921), T d. Predigers Bruno Enno Wilh. Detmers u. d. Ettje Egers Reemts Uven; 1905 Elsa (1878–1968), T d. Hermann Bachstein (1834–1908), Inh. d. Fa. „Centralverwaltung f. Secundairbahnen“ in Braunlage, u. d. Emilie Wirthner; 2 S.

  • Leben

    H. schlug gemäß der Tradition seiner Familie die militärische Laufbahn ein, besuchte die Kriegsakademie und war als Brigadeadjutant tätig. Nach 13jähriger Offizierslaufbahn nahm er als Oberleutnant den Abschied und studierte sodann 1908-12 Naturwissenschaften, vor allem Biologie. Das Studium beendete er mit der Promotion zum Dr. phil.doctor philosophiae.

    Die Begegnung mit dem franz. Flieger Latham in Berlin 1909 weckte in ihm den Entschluß, auch in Deutschland Flugzeuge herstellen zu lassen. Zuerst führte H. damals führende franz. Flugzeugmuster ein, dann erfolgte Nachbau in Lizenz. H. förderte auch die Fliegerausbildung. 1909 gründete er die Flugzeugfabrik „Albatros-Werke“ in Berlin-Johannisthal. H. entwickelte eigene Flugzeugkonstruktionen, zum Teil in Verbindung mit Konstrukteuren wie H. Hirth und E. Heinkel. Ferner wirkte er bei der Schaffung der deutschen Militärfliegerei mit, indem er der jungen Flugwaffe anfangs eingeführte franz. Flugzeuge zur Verfügung stellte und sie später mit Flugzeugen aus erstmalig aufgenommener eigener Serienproduktion belieferte. Im ersten Weltkrieg kam ein Großteil der deutschen Militärflugzeuge aus den Albatros-Werken. H. war damals im Generalstab als Nachrichtenoffizier der Obersten Heeresleitung tätig. Albatros-Flugzeuge errangen auch nach 1918 viele Siege in Wettbewerben und Rundflügen. Einige Albatros-Typen verwendete die Deutsche Lufthansa in ihrer Frühzeit. Anfang der 30er Jahre wurden die Albatros-Werke mit der Fa. Focke-Wulf fusioniert.

    Die Bedeutung H.s liegt darin, daß er als erster Industrieller und Kaufmann in|Deutschland zunächst ausländische Flugzeuge importierte, dann zielstrebig eine eigene große Flugzeugproduktion mit Serienfertigung aufbaute und so zur Verbreitung und technischen Fortentwicklung des neuen Verkehrsmittels beitrug.|

    • Auszeichnungen

      Vorsitzender des Reichsverbandes der deutschen Luftfahrtindustrie.

    • Literatur

      P. Supf, Das Buch d. dt. Fluggesch., 1956 (P in II);  Ill. Flug-Woche 7, 1925, S. 446;  Flugwelt 2, 1950, S. 258;  Adler 18, 1960, S. 175;  G. Madelung, in: Jb. d. Wiss. Ges. f. Luft- u. Raumfahrt 1964, S. 497 f.;  Zs. f. Flugwiss. 14, 1966, S. 540;  Rhdb. (P).

  • Autor

    Gert Behrsing
  • Empfohlene Zitierweise

    Behrsing, Gert, "Huth, Enno Walther" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 92 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn126347158.html
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Huth, Enno Walther

NDB Genealogie:

Huth, Enno Walther

Huth, Enno Walther